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Cape Greco Nationalpark: Der ultimative Wanderführer

Meereshöhlen, Kapellen und spektakuläre Küstenpfade – alles was du für deinen Besuch wissen musst

Es war kurz nach sechs Uhr morgens, als ich zum ersten Mal die Klippen von Cape Greco erreichte. Kein Mensch weit und breit. Nur das Rauschen der Wellen, die sich tief unten in die Felsformationen fraßen, und ein Licht, das den Kalkstein in reines Gold taufte. Ich hatte drei Jahre lang über mediterrane Küchen geschrieben und gedacht, ich kenne Zypern. Dieser Morgen lehrte mich das Gegenteil.

Cape Greco – auf Griechisch Kap Gkréko – liegt keine zehn Kilometer östlich des Partyzentrums Ayia Napa und ist dennoch eine andere Welt. Das Naturschutzgebiet umfasst rund 385 Hektar Halbinsel, die seit 2019 offiziell zum Europäischen Geopark-Netzwerk gehört. Die Küstenlinie ist zerklüftet, wild, voller Höhlen und Bögen. Wer hierherkommt, kommt wegen der Stille – und bleibt wegen der Schönheit.

Was ist Cape Greco eigentlich?

Das Kap bildet die südöstliche Spitze Zyperns und trennt die Bucht von Ayia Napa im Norden von der Bucht von Protaras im Süden. Das Gebiet steht unter Naturschutz, was bedeutet: kein Camping, keine motorisierten Fahrzeuge abseits der ausgewiesenen Straßen, keine Lagerfeuer. Der Nationalpark wird von der zypriotischen Forstverwaltung (Department of Forests) verwaltet und ist ganzjährig kostenlos zugänglich.

Geologisch ist Cape Greco ein Paradies. Der Kalkstein hier ist zwischen 10 und 20 Millionen Jahre alt – Zeugnis einer Zeit, als dieser Teil des Mittelmeers noch Meeresgrund war. Die Erosion durch Wellen und Wind hat Jahrtausende lang gearbeitet und dabei Höhlen, Bögen und bizarre Felsskulpturen hinterlassen, die heute zu den fotogensten Orten der Insel zählen.

Die Vegetation ist typische zypriotische Macchia: Aleppo-Kiefern, Johannisbrotbäume, wilder Rosmarin und Thymian. Im April und Mai explodiert das Kap in Orchideenblüte – ich habe dort einmal sieben verschiedene Orchideenarten auf einem einzigen Spaziergang gezählt.

Die Wanderwege im Überblick

Das Wegenetz am Cape Greco ist gut ausgeschildert, aber nicht übermäßig ausgebaut – was ein Segen ist. Es gibt im Wesentlichen drei Hauptrouten, die sich je nach Fitness und verfügbarer Zeit kombinieren lassen.

Route 1: Der Küstenpfad (Coastal Trail)

Dies ist die beliebteste und spektakulärste Route. Der Pfad verläuft von der Bucht Konnos Bay im Norden bis zur Südspitze des Kaps und zurück – insgesamt etwa 7,5 Kilometer mit einem Höhenunterschied von rund 120 Metern. Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel. Gute Wanderschuhe sind Pflicht, da der Kalkstein rutschig sein kann.

Start: Parkplatz Konnos Bay (GPS: 34.9674° N, 34.0745° O). Von hier folgt man den grünen Markierungen entlang der Steilküste. Nach etwa 1,8 Kilometern erreicht man den ersten großen Aussichtspunkt mit Blick auf die Kamara tou Koraka – den Teufelsbogen, einen natürlichen Felsbogen direkt über dem Meer. Wer Glück hat, sieht hier Taucher im Wasser.

Der Weg führt weiter zur Kapelle Agioi Anargyroi (mehr dazu im nächsten Abschnitt) und schließlich zur Südspitze, wo ein militärisches Sperrgebiet beginnt. Das Kap selbst mit seinem Leuchtturm ist nicht zugänglich – das Militär nutzt die Spitze. Aber der Aussichtspunkt davor bietet eine der besten Panoramen der ganzen Insel: bei klarem Wetter sieht man bis nach Ägypten, zumindest theoretisch.

Zeitaufwand: 2,5 bis 3,5 Stunden je nach Tempo. Wasser mitnehmen – auf dem Weg gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten.

Route 2: Der Halbinsel-Rundweg

Für alle, die mehr sehen wollen, gibt es einen Rundweg, der das Innere der Halbinsel einbezieht. Gesamtlänge: etwa 11 Kilometer, Höhenunterschied kumuliert rund 200 Meter. Schwierigkeitsgrad: mittel. Dauer: 3,5 bis 5 Stunden.

Dieser Weg führt durch das Herzstück der Macchia, vorbei an verlassenen Militärposten aus der britischen Kolonialzeit und bietet immer wieder Blicke auf beide Küstenseiten gleichzeitig. Die Stille hier ist fast schon unheimlich – in der Hochsaison trifft man auf diesem Weg vielleicht zehn andere Menschen.

Start: Kleiner Parkplatz an der Straße E307, etwa 2 Kilometer vor der Kapelle (GPS: 34.9597° N, 34.0812° O). Die gelben Markierungen leiten durch die Landschaft.

Route 3: Der Familienweg zum Aussichtspunkt

Kürzeste Option, ideal für Familien mit Kindern oder Menschen mit wenig Zeit. Vom Hauptparkplatz nahe der Kapelle Agioi Anargyroi sind es gerade einmal 1,2 Kilometer zum nächsten großen Aussichtspunkt und zurück. Befestigter Weg, kein nennenswerter Höhenunterschied. Dauer: 30 bis 45 Minuten. Schwierigkeitsgrad: sehr leicht.

Die Kapelle Agioi Anargyroi – mehr als ein Fotomotiv

Mitten in den Klippen, direkt am Meer, klebt eine winzige weiße Kapelle an den Felsen: die Kapelle der Heiligen Agioi Anargyroi, auf Deutsch etwa „die heiligen Unentgeltlichen

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Kommentare (2 Kommentare)

  1. 1 Antwort
    385 Hektar – das ist ja schon ganz schön viel Land, da würde ich als Familie mit dem Wagen direkt mal die Zeit nehmen, um das alles zu erkunden. Wir waren im August 2023 dort und haben die Hitze definitiv unterschätzt, für August 2026 würde ich früh morgens starten und genug Wasser mitnehmen, sonst wird’s auf den Wanderwegen schnell unangenehm. Und ein leichter Windschutz wäre auch nicht verkehrt, da kann es an den Klippen ganz schön frisch werden.
    1. 385 Hektar – ist das die gesamte Fläche des Nationalparks Cape Greco, oder bezieht sich das nur auf den eigentlichen Halbinselbereich? Wir planen für August 2026 und überlegen, ob sich ein Besuch lohnt, um die Stille zu erleben.
  2. 1 Antwort
    Kap Gkréko, wie es im Artikel richtig schön erklärt wird, ist ja einfach unglaublich! Wir waren im August 2023 dort und ich finde es so toll, dass es so nah an Ayia Napa liegt, aber trotzdem so eine ganz eigene, ruhige Atmosphäre hat - diese byzantinische Kapelle auf den Felsklippen, das muss man einfach gesehen haben! Danke für die tollen Tipps, wir planen jetzt schon für Juli 2025 wieder hinzufahren!
    1. Die 385 Hektar sind schon eine respektable Größe für einen Nationalpark. Wir waren im August 2026 mit unseren Kindern dort, die fanden die Klippen sehr spannend. Interessant wäre zu wissen, ob es ausgewiesene Wege gibt, die auch für kleinere Kinder gut geeignet sind.

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