Es ist 15 Uhr, die Sonne brennt erbarmungslos auf Ayia Napa herab, und ich sitze mit einem eiskalten Kir Royale am Poolrand und beobachte, wie sich zwei unterschiedliche Welten vor mir entfalten. Auf der einen Seite des Strandes das Olympic Lagoon Resort mit seinen terrakottafarbenen Bauten und der legendären Lagoon-Poolanlage, auf der anderen Seite das Adams Beach Hotel mit seinen modernen, geschwungenen Architekturformen. Beide sind All-Inclusive-Flaggschiffe, beide kosten zwischen 100 und 180 Euro pro Person und Nacht, beide versprechen Paradies. Aber welches hält, was es verspricht?
Nach drei Jahren regelmäßiger Besuche und unzähligen Gesprächen mit Gästen, Mitarbeitern und anderen Köchen, die hier Urlaub machen, kann ich dir sagen: Es gibt einen klaren Gewinner – je nachdem, was du brauchst.
Die erste Stunde: Ankunft und Check-in
Das Olympic Lagoon empfängt dich mit einer gewissen Eleganz aus den 1990ern. Die Lobby ist geräumig, mit Marmorboden und Säulen, die an antike Tempel erinnern. Der Check-in dauert etwa 15 Minuten, die Mitarbeiter sind höflich, aber geschäftig. Das Adams Beach dagegen hat eine modernere Lobby mit Glasflächen und einer direkteren Atmosphäre – hier bist du in 8 Minuten eingecheckt und erhältst sofort eine digitale Karte für dein Zimmer.
Dieser erste Unterschied setzt sich fort: Das Olympic Lagoon fühlt sich wie ein etabliertes Resort an, das Tradition bewahrt. Das Adams Beach wirkt wie ein Hotel, das sich ständig modernisiert. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile, die sich später zeigen werden.
Die Zimmer: Größe, Komfort und Ausstattung
Hier wird es konkret. Das Olympic Lagoon bietet Standard-Zimmer mit durchschnittlich 35 Quadratmetern, Klimaanlage, Safe und einem Balkon mit Meerblick (in den höheren Kategorien). Die Badezimmer sind funktional, aber nicht großzügig – eine Dusche, Toilettenpapier, Standardseife. Die Möbel wirken teilweise abgenutzt, besonders wenn du ein älteres Zimmer erwischst.
Das Adams Beach hat größere Zimmer (durchschnittlich 42 Quadratmeter), moderne Möbel, größere Badezimmer mit Dusche und Badewanne, Föhn und hochwertigeren Toilettenartikeln. Die Klimaanlage ist leiser, die Bettwäsche hochwertiger. Für 15 Euro mehr pro Nacht bekommst du hier deutlich mehr Komfort.
Wenn du mit Kindern reist, macht das Adams Beach Sinn – die größeren Zimmer und besseren Betten bedeuten weniger Stress. Für Paare, die ohnehin viel draußen sind, ist das Olympic Lagoon ausreichend und spart Geld.
Die Poollandschaften: Das Herz des All-Inclusive
Jetzt wird es interessant. Das Olympic Lagoon ist berühmt für seine Lagoon-Poolanlage – eine künstliche Lagune mit Süßwasser, mehreren Becken, Wasserrutschen und einer Bar in der Mitte. Die Atmosphäre ist lebhaft, fast chaotisch, mit Animatoren, die ständig etwas organisieren. Die Pools sind groß, aber während der Hochsaison (Juni bis August) sehr voll. Im Mai oder September ist es deutlich entspannter.
Das Adams Beach hat zwei große Pools – einen mit Salzwasser (direkter Meerblick) und einen mit Süßwasser. Die Pools sind breiter und weniger überlaufen, die Liegen komfortabler. Es gibt weniger Animation, dafür mehr Ruhe. Die Poolbar ist kleiner, aber die Getränke sind die gleichen.
Für Familien mit Kleinkindern: Olympic Lagoon mit den Wasserrutschen und dem Animations-Programm. Für Paare, die Ruhe wollen: Adams Beach. Das ist nicht persönlich, das ist Physik.
Das Essen: Wo mein Herz entscheidet
Als ehemaliger Koch kann ich dir sagen, dass dies der wichtigste Punkt ist. Das Olympic Lagoon hat ein großes Buffet-Restaurant mit internationalen Speisen – Pasta, Fleisch vom Grill, Gemüse, Salate. Die Qualität ist solide, aber nicht überraschend. Das Essen schmeckt nach Massenproduktion, weil es Massenproduktion ist. Die À-la-carte-Restaurants (meist gegen Aufpreis) sind besser, aber teuer.
Das Adams Beach hat das gleiche Konzept, aber mit besserer Ausführung. Das Buffet ist kleiner, aber die Komponenten sind frischer. Der Fisch wird täglich frisch zubereitet, die Gemüsesorten wechseln, die Saucen schmecken nach echten Zutaten. Die À-la-carte-Restaurants (im Preis enthalten) sind wirklich gut – ein italienisches Restaurant mit echtem Holzofen, ein griechisches mit lokalen Spezialitäten.
Konkret: Im Olympic Lagoon isst du satt. Im Adams Beach isst du gut. Wenn du Wert auf Gastronomie legst, ist das Adams Beach unbedingt die richtige Wahl.
Familienangebote und Kinderbetreuung
Das Olympic Lagoon hat ein großes Kids Club-Programm mit Tagesbetreuung (9-17 Uhr), Wasserspielen, Kunsthandwerk und Abendshows. Die Betreuer sind freundlich, aber oft überlastet. Bei 200 Kindern im Resort ist es manchmal chaotisch. Die Eltern bekommen eine Stunde Ruhe, mehr nicht immer.
Das Adams Beach hat ein kleineres, aber intensiveres Programm. Maximal 60 Kinder pro Schicht, besseres Betreuungsverhältnis, spezialisierte Aktivitäten nach Alter. Babysitting ist im Paket enthalten, nicht wie im Olympic Lagoon ein Zusatzservice.
| Kriterium | Olympic Lagoon | Adams Beach |
|---|---|---|
| Zimmer (qm) | 35–40 | 42–48 |
| Lagoon/Pools | 4 große Pools + Animation | 2 große Pools + Ruhe |
| Gastronomie-Qualität | Gut (Buffet), sehr gut (À-la-carte) | Sehr gut (Buffet), exzellent (À-la-carte) |
| Kids Club | Groß + Massenbetreuung | Klein + persönlich |
| Preis pro Nacht (2026) | 110–140 € | 125–155 € |
| Strand | Privat, mit Liegen | Privat, mit Liegen |
Die Strände und Wassersport
Beide Hotels haben private Strandabschnitte mit kostenlosen Liegen und Sonnenschirmen. Der Strand des Olympic Lagoon ist breiter und sandiger, ideal für Kinder. Der Strand des Adams Beach ist schmaler, aber direkter am Hotel und weniger überlaufen.
Wassersport: Beide bieten Jet-Ski, Parasailing und Banana-Boote an. Die Preise sind identisch (etwa 50 Euro für 15 Minuten Jet-Ski). Die Qualität der Ausrüstung ist im Adams Beach etwas besser – neuere Maschinen, bessere Sicherheitsausrüstung.
Animation und Nachtleben
Das Olympic Lagoon hat jeden Abend Shows – Tanz, Musik, Comedy (oft auf Deutsch oder Englisch). Die Qualität schwankt, aber es passiert immer etwas. Die Pool-Partys am Freitag sind legendär, mit DJ und Tanzfläche bis 23 Uhr.
Das Adams Beach hat weniger Animation, dafür bessere Qualität. Die Abendshows sind professioneller, die Live-Musik authentischer. Wenn du ins Nachtleben von Ayia Napa gehen willst (Discos, Clubs), sind beide Hotels gleich nah dran – etwa 5 Gehminuten zur Hauptstraße.
Preis-Leistung und versteckte Kosten
Das Olympic Lagoon kostet 2026 durchschnittlich 110 bis 140 Euro pro Person und Nacht (je nach Saison und Zimmertyp). Wirklich alles ist enthalten – Getränke, Animation, Wassersport-Grundlagen.
Das Adams Beach kostet 125 bis 155 Euro pro Person und Nacht. Der Preisunterschied beträgt also etwa 15 bis 20 Prozent mehr. Dafür bekommst du aber bessere Zimmer, besseres Essen, weniger Menschenmassen und bessere Kinderbetreuung.
Versteckte Kosten: Im Olympic Lagoon musst du für die guten À-la-carte-Restaurants etwa 20 Euro pro Person extra zahlen. Im Adams Beach sind diese im Preis enthalten. Babysitting kostet im Olympic Lagoon 15 Euro pro Stunde, im Adams Beach ist es kostenlos (bis 3 Stunden pro Tag).
„Wenn ich mit meiner Familie reise, nehme ich das Adams Beach. Wenn ich allein oder zu zweit komme und Geld sparen will, das Olympic Lagoon. So einfach ist es.
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