Ich sitze gerade in meinem Lieblingscafé in der Nähe der Thalassa-Kapelle – eine kleine Taverne, die kaum jemand kennt – und sehe zu, wie die Sonne hinter den Kalksteinfelsen untergeht. Ein alter Zypriot neben mir bestellt einen Halloumi-Teller und einen lokalen Weißwein für fünf Euro. Das ist das Ayia Napa, das ich liebe: ungefiltert, authentisch, günstig. Nicht die überkommerzialisierte Version, die viele Touristen sehen. Nach sieben Jahren hier kann ich dir sagen: Die beste Gastronomie-Szene der Stadt versteckt sich nicht hinter Instagram-würdigen Fassaden, sondern in den Gassen des alten Dorfkerns und an den Ecken, wo Einheimische noch essen.
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Der alte Dorfkern: Wo die authentischen Tavernen sind
Der Kern von Ayia Napa, rund um die Klosterkirche, ist seit 2015 eine Fußgängerzone. Das war das beste, das der Stadt passieren konnte. Plötzlich konnten Restaurants ihre Tische auf den Platz stellen, und Touristen konnten ohne Verkehrslärm essen. Aber hier ist wichtig: Nicht alle Tavernen auf diesem Platz sind gleich. Die touristischsten sitzen direkt am Kirchenplatz selbst – sie sind nicht schlecht, aber teuer und oft mit Reisegruppen überlaufen.
Mein Geheimtipp ist die Taverna O Pappous, eine kleine Familie, die schon seit 40 Jahren hier sitzt. Sie versteckt sich in einer Nebenstraße, etwa 50 Meter vom Hauptplatz entfernt. Der Besitzer George ist mittlerweile 75, aber er sitzt noch jeden Abend an der Tür und begrüßt Gäste persönlich. Die Moussaka hier kostet 9,50 Euro, die Pastitsada 10 Euro, und es ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im ganzen Ort. Keine Speisekarte – George fragt dich, worauf du Lust hast, und kocht es dann. Das ist klassische zypriotische Gastfreundschaft.
Gleich nebenan liegt To Steki, das ist eher ein Mezze-Restaurant. Hier bekommst du nicht einen großen Teller, sondern 15-20 kleine Schälchen mit verschiedenen Vorspeisen, Käse, Fleisch, Fisch. Das ist die perfekte Option, wenn du mit Freunden unterwegs bist und jeder was anderes probieren will. Eine komplette Mezze-Platte für zwei Personen kostet etwa 35-40 Euro. Der Besitzer spricht Deutsch (er hat zehn Jahre in München gelebt) und gibt dir ehrliche Empfehlungen, nicht das, was die höchste Marge hat.
Die Hafenrestaurants: Fisch, Meeresblick und Touristenpreise
Der Hafen von Ayia Napa ist etwa zwei Kilometer vom Dorfkern entfernt. Hier liegen die Boote für Wassersport – Parasailing, Jet-Ski, Bananenboot – und dazwischen sitzen Restaurants mit Blick auf das Wasser. Ja, es ist touristischer als der Dorfkern. Ja, es ist teurer. Aber wenn du frischen Fisch willst und bereit bist, dafür ein bisschen mehr zu zahlen, ist das der richtige Ort.
Das beste Fischrestaurant am Hafen ist definitiv Nissia Fish Taverna. Der Chef, Dimitri, kauft morgens um 6 Uhr auf dem Fischmarkt in Larnaka ein – etwa 40 Kilometer entfernt – und hat dann gegen 18 Uhr die frischeste Ware in der Stadt. Der Fisch wird nach Gewicht verkauft: Ein Dorado (Goldbrasse) kostet etwa 45 Euro pro Kilogramm, aber ein durchschnittlicher Fisch wiegt 400-500 Gramm, also zahlst du für einen kompletten Fisch mit Gemüse und Kartoffeln etwa 20-25 Euro. Dazu kommt ein Teller gegrilltes Gemüse für 6 Euro und ein Glas lokaler Weißwein für 5 Euro. Rechne mit insgesamt 35-40 Euro pro Person für ein ordentliches Abendessen.
Ein anderes beliebtes Fischrestaurant ist Anemone Fish Taverna, ein bisschen weiter südlich am Hafen. Hier ist die Atmosphäre etwas ruhiger als bei Nissia, und die Preise sind ähnlich. Der Vorteil: Sie haben mehr Platz und sind weniger überlaufen. Im Sommer 2026 haben sie eine neue Terrasse gebaut, die direkt über dem Wasser hängt – wenn du Glück hast, kannst du dort essen und Boote beim Wassersport beobachten (Jet-Ski, Parasailing, Bananenboot fahren direkt vorbei).
Fine-Dining und moderne zypriotische Küche
Wenn du ein hochwertigeres Abendessen suchst, gibt es in Ayia Napa zwei oder drei echte Fine-Dining-Adressen. Hier geht es nicht um große Portionen, sondern um Präsentation, Kombinationen und lokale Zutaten, die clever verarbeitet werden.
Harvest Restaurant ist das Flaggschiff. Der Chef, Christos, hat in Athen gelernt und arbeitet nur mit zypriotischen Produkten. Das Menü wechselt je nach Saison – im Sommer gibt es viel mit Fisch und leichten Saucen, im Winter dunkle Saucen und Fleisch. Ein Drei-Gänge-Menü kostet etwa 65-75 Euro pro Person (ohne Getränke). Das Restaurant sitzt nicht im Zentrum, sondern etwa 1,5 Kilometer südlich, in einer renovierten Villa. Das ist ein Vorteil: Du bist weg vom Touristengetümmel, aber nur 10 Minuten mit dem Auto vom Strand entfernt.
Das zweite Fine-Dining-Restaurant ist Almond Restaurant, das 2023 eröffnet hat und schnell einen sehr guten Ruf bekommen hat. Hier ist die Küche noch moderner – weniger klassisch zypriotisch, mehr international mit zypriotischen Akzenten. Ein Gericht wie „gegrillter Halloumi mit Granatapfel-Glace und Pistazie
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