Es ist 7 Uhr morgens am Hafen von Ayia Napa, und die meisten Touristen schlafen noch. Doch am Strand unterhalb des Cape Greco National Forest Park regen sich bereits die ersten Kajakfahrer. Ein deutscher Paar aus München, Anfang 40, lädt gerade ihre Paddel in einen stabilen Sit-on-Top-Kajak. Sie haben online gelesen, dass die Meereshöhlen um diese Zeit am schönsten sind – wenn das Licht flach über dem Wasser steht und die Grotten in intensiven Blautönen leuchten. Das ist die beste Geheimstrategie beim Kajakfahren in Ayia Napa: früh losfahren, bevor die Jet-Skis und Speedboote den Strand erobern.
Kajakfahren rund um Cape Greco gehört zu den Highlights, die viele Besucher auf ihrer ersten Reise nach Ayia Napa unterschätzen. Der Fokus liegt meist auf Nachtleben und Strand, doch wer sich eine oder zwei Stunden Zeit nimmt, erlebt eine Seite Zyperns, die kaum ein Tourist zu Gesicht bekommt: zerklüftete Felsküste, kristallklares Wasser in Türkis und Dunkelblau, versteckte Höhlen, die nur vom Wasser aus zugänglich sind.
Warum Cape Greco die beste Kajak-Destination in Ayia Napa ist
Cape Greco liegt etwa 15 Kilometer südöstlich des Zentrums von Ayia Napa und ist eine Halbinsel mit massiven Kalksteinklippen, die bis zu 60 Meter steil ins Meer abfallen. Der Cape Greco National Forest Park schützt diesen Landstrich seit 2006, weshalb hier weder Bettenburgen noch Jet-Ski-Verleihe das Bild prägen. Stattdessen findet man intakte Natur, ein dichtes Netz von Wanderwegen oben auf den Klippen und – für Kajakfahrer entscheidend – eine Reihe von Höhlen und Grotten, die teilweise unter Wasser liegen und nur vom Kajak aus erreichbar sind.
Die Meereshöhlen entstanden über Jahrtausende durch Erosion des weichen Kalksteins. Das Wasser frisst sich rückwärts in den Fels, während die Decken zu Bröckeln gehen. Das Resultat: Höhlen mit Eingängen, die oft nur 1,5 bis 2 Meter hoch sind – perfekt für ein niedriges Kajak, zu eng für große Motorboote. Wer schon mal schnorchelnd unter Wasser in eine solche Höhle getaucht ist, weiß, wie magisch das wirkt. Vom Kajak aus ist es noch intensiver, weil man trocken bleibt und länger drinnen verweilen kann.
Außerdem ist die Region unglaublich sicher für Anfänger. Das Wasser ist ruhig – es gibt keine Strömung, die einen abtreibt, und die Felsen bieten Halt und Orientierung. Im Gegensatz zu offenen Küstenrouten, wo man schnell die Übersicht verliert, kann man hier entspannt paddeln und sich einfach an der Küstenlinie entlanghangeln.
Die zwei Hauptkajak-Routen um Cape Greco
Route A: Die Anfänger- und Familien-Route (4-5 km, 1,5-2 Stunden)
Diese Route startet am Strand von Pernera, etwa 10 Kilometer westlich von Cape Greco. Pernera ist ein beliebter Badestrand mit Hotels, Restaurants und – wichtig – mehreren Kajak-Verleihstationen. Die Route führt in südlicher Richtung entlang der Küste, vorbei an Sandstränden und kleineren Felsbuchten, bis zur ersten Gruppe von Meereshöhlen. Die Route ist flach, das Wasser bewegt sich kaum, und es gibt mehrere Möglichkeiten, schnell wieder umzukehren, falls jemand müde wird.
Höhepunkte dieser Route: Die „Grüne Grotte
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